Wahrscheinlich ist Geert Wilders auch jetzt schon der bekannteste niederländische Politiker – jedenfalls in den Moslem-Ländern. Viele Niederländer fragen sich natürlich auch, warum die Menschen dort so heftig reagieren, wenn jemand sich kritisch mit dem Koran beschäftigt. Der niederländische Arabist Hans Jansen versucht sich in „De Telegraaf“ an einer Antwort.
Abdelmajid Khairoun vom Nederlandse Moslim Raad befürchtet „Straßenkämpfe“, Okay Pala von der radikalen Bewegung Hizb ut-Tahrir prophezeiht Wilders das Schicksal von Theo van Gogh (also Mord durch einen Moslem) und der Großmufti von Syrien spricht von „Blutvergiessen“ (wir berichteten). Hans Jansen findet die Reaktionen allesamt „übertrieben“. Aber man müsse sich Sorgen machen, der syrische Großmufti sei immerhin ein Beamter des syrischen Staates.
Der syrische Staat könne so ein paar Unruhen wegen des Filmes gut gebrauchen, denn so könne von einer Reihe von Problemen abgelenkt werden. Wie in anderen arabischen Staaten würden sich in Damaskus „ganze Batterien“ von Beamten mit solchen Strategien beschäftigen. Die Unruhen nach den dänischen Mohammed-Karikaturen seien auch durch die arabischen Regime gesteuert worden.
Hans Jansen gehört zu den kritischsten Arabisten, er studierte in den 60er Jahren in Kairo und kehrte dann in die Niederlande als Direktor des Nederlands Instituut zurück. Seit 2003 ist der Hochlehrer für „heutiges islamisches Denken“ an der Uni Utrecht. Selbst wohnt er in Amsterdam. Im April kommt sein Buch „Zelf Koranlezen“ (Selbst Koran lesen) heraus.
Für die Moslems sei der Koran „Gottes Wort, Gottes Stimme aus Erde“. Kritik sei darum ein wunder Punkt. Aber eigentlich sei es ja so: „Wir Westerlinge machen uns schuldig den Islam zu beleidigen, simpel weil wir nicht Moslems werden.“
Natürlich, Bibel und Koran sprechen alle beide nicht positiv über die Feinde Gottes. Doch gäbe es einen Unterschied. Einige militante Moslem-Gruppen würden im Koran eine Art Jagd-Lizenz, eine „licence to kill“, sehen. Die Bibel habe in der Welt des Christentums nicht mehr eine solche Funktion.
Der Koran als Jagdlizenz – das sei so gewesen beim Anschlag 9/11 und beim Mordanschlag auf den ägyptischen Präsidenten Sadat 1981.Nicht-Moslems und Andersdenkende müssen im Sinne der Militanten eben getötet werden. Der Koran sage dreimal hinsichtlich Ungläubiger: „Tötet sie, wo immer sie sie auch antrefft.“
Es wäre ein Zeichen der Schwäche, wenn Kritiker von Geert Wilders nicht auf den Inhalt des Korans eingehen würden. Er spielt auch auf den Historiker Geert Mak an, der nach dem Tod von Theo van Gogh ein Buch schrieb, in dem er bezweifelte, dass der Koran einen Auftrag zum Mord an Ungläubigen gäbe. Hansen widerspricht Mak, sieht im Koran-Vers 8:12 diesen Satz: „Hackt dann in die Nacken der Ungläubigen“. Eine deutliche Anweisung für den Mörder von Theo van Gogh, Mohammed Bouyeri.
Der Islam unterscheide sich auch von anderen Glaubensrichtungen durch das Wort „Jihad“. Und anders, wie einige Leute glauben, meine das Wort „Jihad“ auch nicht „Selbstverbesserung“. „Jihad ist der Kampf für den Triumph des Islams und es läuft einfach darauf hinaus, Gewalt gegen Ungläubige anzuwenden.“
Für die Jihadisten ist der Islam eine Alternative für die Demokratie. Okay Pala von Hizb ut-Tahrir hatte es kürzlich in De Telegraaf ja selbst gesagt: „Wir sind nicht einverstanden mit Meinungsfreiheit, denn wir verwerfen die Demokratie! Unsere Alternative ist der Islam. Es gibt keinen Zwischenweg: wir verkünden die absolute Wahrheit, das Wort von Allah.“ Die Radikalisierung wurde von Wahhabisten aus Saudi-Arabien mit ihren Öl-Dollars angeheizt. In den Niederlanden aus vier bekannten Moscheen gesteuert.
Jansen findet, dass Moslems, die für den Jihad stehen, sich zu unrecht auf die Gottesdienstfreiheit berufen. Der Islam sei nicht gefährlich durch das Buch. Die Gefahr kommt durch Menschen, die sich aufgrund dessen, was der Koran sagt das Recht anmessen, über Leben und Tod von anderen zu entscheiden. Sie, die mit Gewalt ihre Religion gewinnen lassen wollen, müssten von der Religionsfreiheit ausgeschlossen werden
Leider der immer gleiche Fehler der Niederländer: Deutsch schreiben ohne die Sprache zu beherrschen. Das Ergebnis: Sprachmurks, der dazu führt, dass vom Inhalt abgelenkt wird und die Leser den Autor nicht ernst nehmen. Schade.