Tofik Dibi, Abgeordneter der niederländischen Parlamentspartei GrünLinks, war einige Tage der wichtigste Gegner von Geert Wilders. Zusammen mit einigen anderen Demonstranten hielt er in Amsterdam bsw. Schilder mit einer verfremdeten Zigeretten-Packung der Marke Marlboro hoch, darauf ein Foto von Wilders und das Wort Extremist. Doch nun erklärt er in einem Interview mit „De Volkskrant“ überraschenderweise seinen Widerstand für praktisch beendet.
Der gerade mal 27jährige Marokkaner erklärte, dass er sich natürlich wochenlang als Anti-Wilders-Einwanderer-Vertreter hätte profilieren können. Aber Fraktionsvorsitzende Femke Halsema habe ihm davon abgeraten. Ausserdem: wenn Wilders jetzt in Zusammenhang mit seinem Anti-Koran-Film etwas passieren würde, dann hieße es in Kürze, dass er Wilders dämonisert hätte.
Er bleibe allerdings bei seiner Meinung, dass Wilders all das unterminieren würde, wofür die Niederlande stehen würde. Freiheit des Gottesdienstes, Gastfreiheit. Allerdings könne er die Wilders-Wähler auch verstehen. Er sei im Amsterdamer (Problem-)Stadteil Slotervaart aufgewachsen und auch er verstehe, dass Niederländer ihr Land zum Teil (angesichts der Einwanderung, Anm. MG) nicht mehr wieder erkennen würden. Sein angekündigter Film, der in der Zeitung „Metro“ noch „Anti-Wilders-Film“ genannt wurde, soll die Gefühle der angestammten Niederländer zeigen.