„Dritter Weltkrieg“ weg. Wilders-Film?

18 01 2008

Afshin Ellian, Kolumnist auf der Website Elsevier.nl, phantasiert in seiner aktuellen Kolumne darüber, dass nach dem Zeigen des Anti-Koran-Filmes von Geert Wilders der „Dritte Weltkrieg in den Niederlanden ausbrechen“ werde. O.k., sein Stück ist vor allem eine Antwort auf den Historiker Geert Mak, der auch in deutschen Landen bekannt ist. Gerade hat er ja den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2008 bekommen.

Ellian greift Mak wohl an, weil er in seinen Augen den Konflikt „Westliche Gesellschaft vers. Islam“ relativiere und mit Lösungen komme, die einer Kapitulation gleichen würden. Mak schrieb angesichts des Mordes an Theo van Gogh, dass es für das Problem eigentlich nur eine Lösung gäbe. Im 15. Jahrhundert habe die Obrigkeit den Untertanen über bestimmte Konflikte zu sprechen. Es gab da den sogenannten „Hoeken en Kabeljauw“-Konflikt.

Das ging ungefähr so. Nach dem Tod von Wilhelm IV. war undeutlich, wer jetzt die Macht übernehmen würde. Margaretha van Beieren wollte gern, aber ihr Sohn Wilhelm V. auch. Das führte 1349 zum Krieg zwischen den beiden Parteien. Die Anhänger von Wilhelm V wurden die Kabeljauwen genannt, wahrscheinlich weil in dem bayrischen Familien-Wappen Elemente waren, die an Fischschuppen erinnerten. Margarethes Anhänger wurden die Hoeken (Haken) genannt, weil man ja mit einem Haken Fische fangen kann.

Nun gut. Am 26. Dezember 1481 wurde ein Gesetz erlassen, dass es offiziell verboten sei zu rufen, jemand sei ein Kabeljau oder ein Haken. Wenn wir also in das Jahr 2008 schauen, dann intepretieren wir Geert Mak mal eben so, dass er will, dass das Thema „Westen vers. Islam“ am besten unter den Teppich gekehrt werde. Nur: gab es im 15. Jahrhundert schon Internet? Konnte man damals Anti-Koran-Filme mit der Sony-Kamera drehen? Telefonieren? Nee, nee, nee.

Ashian Ellian, der bislang im Wechsel mit Leon de Winter schrieb (der eine Auszeit genommen hat), antwortet mit einer ironischen Replik auf Geert Maks Ideen. Wie würde man auf den Winter 2008 zurückschauen, nachdem der Wilders-Film den Dritten Weltkrieg ausglöst habe?

„Der Dritte Weltkrieg in den Niederlanden brach nach dem Anlass des Koranfilmchen des Abgeordneten Wilders aus. Durch den Ölboykott wurden die Gas- und Ölvorräte alle. Es kam kein Tropfen Öl mehr in die Niederlande. Die Niederlande stand in Flammen, in allen großen Städten gab es abendliche Sperrstunden. Regierung und Parlament wurden abgesetzt. Um den Frieden wieder herzustellen, wurde das Grundgesetz zeitlich ausser Kraft gesetzt.“ Die Niederlande wurde regiert nach den Gesetzen des sogenannten „Französischen Konsulates“. (Es handelt sich um die Periode 1799 bis 1804, als Napoleon Bonaparte das Land als Erster Konsul leitete. Es gab auch noch zwei andere Konsuls.) Geert Mak würde zu den wichtigsten Verteidigern des Konsulates gehören. Die ernsthaftesten Formen des Terrors in der europäischen Geschichte seien mit Begriffen wie Freiheit und Emanzipation verbunden. Das Konsulat müsse den „ur-holländischen Frieden“ zurückbringen. Die Niederländer seien aus Frieden und nicht aus Freiheit „geknetet“.

Ellian macht sich nun über Mak ein bissel lustig. „Maks Bücher werden nicht mehr verkauft sondern von staatswegen an alle Einwohner der Niederlande verschenkt. Auch werden DVDs mit Titeln wie ‚In Europa‘, ‚In den Niederlanden‘, ‚In Islam‘ und ‚Im Frieden‘ verteilt.“ Alle vom „Großen Vaterländischen Intellektuellen“ (gemeint ist Geert Mak).

Erster Konsul würde der heutige Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen (er gilt bei seinen Kritikern als jemand, der den Konflikt relativiert). Dazu eine Reihe anderer Politiker wie Piet Hein Donner, Hans Dijkstal, Dries van Agt.

Letzterer stellte den Frieden mit der arabischen Welt wieder her, es floss wieder Gas und Öl. Es wurden auch allerlei Freiheiten abgeschafft, die Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Demonstrationsfreiheit. „Wer im öffentlichen Raum die Wörter Marokkaner, Moslem, Islam oder Araber in den Mund nahm, wurde verhaftet.“

Einige Professoren, Schriftsteller, Dichter und Künstler wurden auf die Insel Texel verbannen. Zeitschriften und Zeitungen verboten, bis auf „Trouw“ (hatte kürzlich ein Anti-Wilders-Pamphlet veröffentlicht). Der Chefredakteur von Trouw wurde Gouverneur Generaal (GG) über die sogenannte „Informationsdatenbank“.

Ayaan, Ellian (der Autor selbst), Jami (junger Mann, der ein Kommitee von Ex-Moslems gründete) und einige andere würden auf Vermittlung von Dänemark nach Madagaskar ausgewiesen, unter der Bedingung, keine Tastatur oder Mikrophon anzufassen.

Die Mitglieder der sogenannte Hofstadgroep (junge Moslem-Terroristen) wurden freigelassen im Tausch gegen einen friedlichen Abzug der niederländischen Truppen aus Afganistan. Kontakte zu Israel eingefroren, bis Israel sich selbst aufgibt. Homos durfen nicht mehr auffällig herumlaufen. Die Niederlande bekamen einen Großmufti, der sagt wo es langsgeht. Erster Konsul Piet Hein Donner sprach davon, dass die Niederlande vielleicht im kommenden Jahrhundert wieder Demokratie haben werde….


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