Christen wollen Wilders nicht

27 02 2010

Ein guter Christ könne den Anti-Islam-Politiker Geert Wilders nicht wählen – das finden jedenfalls einer Untersuchung des protestantischen Nederlands Dagblad drei Viertel von 1200 befragten Geistlichen  aus diversen protestantischen Kirchen mit insgesamt 2,3 Millionen Mitgliedern.

Jesus, so wird ein Geistlicher zitiert, komme für “Fremdlinge, Weisen und Witwen” auf – und somit sei das Gedankengut von Wilders und seiner PVV nicht mit dem Christentum zu vereinen. Das ist eine interessante Umfrage – und die stellt den potentiellen Koalitionspartner der Wilders-Partei, CDA, vor ein strategisches Dilemma.

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Interview mit Geert Wilders in „Revu“

27 02 2010
Revu interviewt Geert Wilders

Revu interviewt Geert Wilders

Für die Ausgabe der Zeitschrift „Nieuwe Revu“ vom 10. Februar gab Geert Wilders ein Interview. Hier ein paar Zitate:

Ob er den Islam hasse: Er verspüre keinen Hass, das sei ihm „zu emotionell“. Er redet von Abneigung „im kognitiven Sinne“ und „enorme Schwierigkeiten mit der intoleranten totalitären Ideologie“, die der Islam sei. Moslems selbst hasse er nicht.

Über den Report, in dem er als „neu radikal rechts“ betitelt wurde: Der sei von „linken Quasi-Untersuchern“ geschrieben worden, „in Auftrag eines PvdA-Minister“. Nur „in Nordkorea, Iran, Saudi-Arabien“ würde die Regierung politische Parteien kontrollieren. Die PVV werde gerade aus der rechten Ecke wegen der proisraelischen Standpunkte verdammt. „Sie nennen mich oft den Zionisten im Haager Parlament.“

Was er dazu sagen wolle, dass er selbst mit einer Einwanderin (Ungarin) verheiratet sei: Nichts. Jedenfalls nichts persönliches, schon aus Sicherheitsgründen nicht. Der Einwanderungstop solle nur für Einwanderer aus Moslemländern gelten. Ausserdem habe seine Partei dafür gestimmt, dass Homosexuelle aus dem Iran und Syrien Asyl bekommen sollten.

Mit welchen Parteien er denn zusammen arbeiten wolle: Mit den Parteien, die die PVV nicht ausgeschlossen hätten, also CDA, VVD und Rita Verdonk. Nicht vorstellbar sei eine Zusammenarbeit mit GrünLinks und die Chance mit D66 sei auch klein.

Ob er Ministerpräsident werden wolle: Ja, gern. Nicht, weil er gern im Torrentje (Büro des Ministerpräsidenten sitzen sondern weil er Dinge verändern wolle. Wenn seine Partei die größte werde, dann wolle sie den Ministerpräsidenten stellen. Allerdings könne in den Niederlanden die größte Partei aus Spiel gesetzt werden.

Über die „Kopffeudel-Steuer“: In Frankreich werde die jetzt eingeführt.

Über seinen Vergleich „Mein Kampf“ und Koran: Mein Kampf solle verboten bleiben, und wenn das so sei dann eben auch der Koran. Die Meinungsfreiheit ende dort, wo zu Gewalt aufgerufen werde. Im Koran stehe, dass anderen die Köpfe abgehackt werden sollten. „Mohammed war in seiner Zeit in Messina ein aggressiver Warlord, ein gefährlicher Verrückter und ein Massenmörder.“

Warum seine Partei bei den Gemeinderatswahlen nur in Almere und Den Haag antritt: Er habe kein durch Sunventionsbüro finanziertes Parteibüro mit 50 Leuten., die das alles organisieren könnten Deshalb seien ihm die Provinzwahlen wichtiger. Denn hier fällt auch die Entscheidung, wer in der Ersten Kammer (Senat) des Haager Parlamentes sitze und das sei ihm wichtiger, weil seine Partei in Den Haag dann mehr mitzähle.

 

 





Gewerkschaftsbund FNV kontra Geert Wilders

26 02 2010

Der Gewerkschaftsbund FNV will gegen das Geert Wilders geplante Kopftuchverbot in öffentlichen Einrichtungen notfalls klagen. Das schreibt die als links geltende Website Joop.nl.

Der Vorschlag von Wilders verstosse gegen das Grundgesetz. Edith Snoey, Vorsitzende von Abvakado FNV, nannte den Wilders-Plan „lächerlich“. Hiermit könnte keine Probleme wie etwa die finanzielle Krise gelöst werden. Solange die Menschen ihre Arbeit gut machen würden, sei egal, was sie glauben würden. Zur Meinungsfreiheit gehöre auch, seinen Glauben zeigen zu können.





Ex-VVD-Mann Hans Wiegel pro PVV

26 02 2010

In einem Interview mit der Amsterdamer Zeitung „Trouw“ äusserte sich der ehemalige Spitzenpolitiker der VVD und heutige Lobbyist Hans Wiegel positiv zu einer möglichen Regierungsteilnahme der Partei von Geert Wilders.

Der Kern einer solchen Regierung würde aus CDA und VVD bestehen, bei einer Regierngsteilnahme würde Ex-VVD-Mann Wilders möglicherweise „deeskalieren“. Schon jetzt habe Wilders bsw. in einem Interview mit De Telegraaf gesagt, dass der einzige nicht verhandelbare Punkt die noch von der alten Regierung geplante Erhöhung des Renteneinstiegsalters von 65 auf 67 sei. Das könne man ja dann vier Jahre später machen. Überhaupt könne er sich vorstellen, dass die VVD und die PVV irgendwann mal wieder zusammenkommen würden.

Das sozial-ökonomische Programm von Wilders nannte er allerdings „altmodisch links“, wie früher das von der heutzutage nicht mehr bestehende Kommunistischen Partei, der CPN. „Höhere Löhne, niedrigere Preise“. Nicht umsonst habe Wilders zum Teil die gleichen Wähler wie die Sozialistische Partei (ehemals maoistisch).

Wir fragen uns allerdings, ob Wilders tatsächlich weniger radikal ist – schliesslich läuft sein Prozess noch eine Weile und da ist er ja regelrecht gezwungen, um seine Aussprachen in Sachen Islam wieder und wieder zu wiederholen. Schließlich geht es ja genau um die Aussagen. Wiegel scheint das zu unterschätzen…





Wilders fand Islam auch mal o.k.

26 02 2010

Überraschend taucht jetzt ein Video aus dem Jahr 2001 auf, in dem Geert Wilders sich zum Thema Pim Fortuyn und Islam äussert. Damals war er noch Mitglied der VVD, der liberalen Volkspartei. Zwei Wochen nach den Anschlägen vom 11. September verurteilt er den später ermordeten Politiker und Kolumnisten Pim Fortuyn für „verwerfliche“ Aussagen und sagt aussderdem, dass am Islam nichts verkehrt sein, „ein zu respektierender Gottesdienst“.

Wilders machte die Aussagen in der TV-Sendung Barend & Van Dorp. Das Video war u.a. auf der als links geltenden Website „Joop.nl“ zu sehen, „Wiederentdeckt“ vom als rechts geltenden Joshua Livestro (Website „Dagelijkse Standaard“).





Balkenende: mit Wilders regieren möglich

26 02 2010

Ex-Ministerpräsident und CDA-Spitzenkandidat für die Wahlen am 9. Juni Jan-Peter Balkenende hat erklärt, dass eine Zusammenarbeit mit der PVV von Geert Wilders „möglich, aber schwierig“ sein werde. Vermutet wird, dass CDA zusammen mit der VVD eine Regierung bilden könnte, entweder direkt mit der PVV oder als Minderheitskabinett.





Ins Knie schiessen

26 02 2010

Hier erklärt Wilders-Spitzenkandidat für Almere, Richard de Roon, warum die Polizei Leute mit Knieschüssen ausschalten sollte.