Wilders Regierungserklärung Teil I – Angriff auf die Opposition

1 11 2010

Logischerweise hat auch Geert Wilders eine Erklärung zur neuen Regierung abgegeben – offensichtlich sieht er sich als sowohl als Teil dieser Regierung als auch als Teil der Opposition. Eher jedoch als Teil der Regierung, bei der VVD nennt man ihn ja unverblümt „Koalitionspartner“.

 

Für die anderen Parteien im Parlament hat Wilders vor allem Verachtung übrig. Nehmen wir Alexander Pechtold von der Partei D66 (linksliberal). Wilders beginnt so: „Erst mal zum vorherigen Sprecher: was macht eigentlich der Herr Pechtold hier? Er verkündet überall (…), dass die PVV nun an der macht ist. ‚ Wilders bekommt ein Marionettenkabinett,‘ so sagt er wörtlich. Er tut so, als ob ich hinter den Kulissen der Premier (…) bin. Das ist nicht so, wir dulden (die Regierung) nur, aber der Herr Pechtold redet überall von einem Marionettenkabinett, also bin ich der Ministerpräsident. Ich erinnere mich, dass der Herr Pechtold damit drohte bzw. versprach, in einem solchen Fall im Ausland Asyl zu suchen. Ich würde sagen: lieber Herr Pechtold, halten Sie ihr Versprechen. Ich bin bereit, ihm heute Abend noch dabei zu helfen, seine Koffer zu packen. Ich würde sagen: Kerlchen Pechtold, hauen Sie ab! Nehmen Sie ihre moralisches Überlegenheitsgefühl mit. Und verlassen Sie das Land.“

 

Wahrscheinlich wird es Wilders nicht glücken, diesen Andersdenkenden aus dem Land zu jagen, Pechtold ist ja noch nicht mal Moslem. Es gibt aber noch andere Politiker, die nicht auf PVV-Linie sind. Die nimmt Wilders sich natürlich auch vor. Schließlich seien es ja Mitglieder von PvdA, D66 und GrünLinks gewesen, die ihn in Amsterdam vor den Richter geschleppt haben.

 

Die „Haager Regenten und linke Grachtengordel-Elite“ – nee, die mag Wilders nicht. Die Christdemokraten sind auf einmal keine Regenten mehr (obwohl sie seit knapp 100 Jahren fast immr in Den Haag an der Regierung waren), GrünLinks (noch nie an der Regierung) schon. Laut Wilders würden die Regenten und linken Elitären „nun herumheulen“, weil er an der Macht ist. Femke Halsema von GrünLinks bekommt extra ihr Fett weg – ihre Partei und die Vorgänger von der CPN (Kommunisten) würden „seit 101 Jahren“ nicht an der Regierung sein und würden es auch nie sein. Job Cohen von der PvdA nennt er „Sint Job“, der nicht mal wisse, wie man im Parlament den Regeln entsprechend eine Zwischenfrage stellt. Wilders endet mit Hohn für Cohen. Er müsse ihm danken, Ehre wem Ehre gebühre. „Dem Mann der sagte: lass des Rechts einmal probieren. Der Mann, der Recht bekam: Job Cohen. Job, großen Dank. Den Haag ist mit einem großen politischen Talent bereichert. Wir werden noch viel von Dir hören.“

 

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